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Hinauf zu den Lipizzanern

Eingefahren:
07. 2019
Kilometer:
46.00
Höhenmeter:
770.00
GPX-Track
  • Rennrad - Italien - Friaul - Julisch Venetien - Triest - Karst - Adria - Slowenien - Lipica
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Allzu lange gehört Triest ja noch nicht zu Italien. Vom 14. Jahrhundert bis 1918 war Triest Teil Österreich-Ungarns und diese Vergangenheit ist in Triest allgegenwärtig. Was liegt also näher, wenn man hier mit dem Rennrad die Gegend erkundet, als einen Ausflug zum Gestüt Lipica, einer weiteren Ikone der Habsburger-Monarchie, zu machen. Eingebettet in eine anspruchsvolle und wunderschöne Runde kann man sich hier mit etwas Glück mit galoppierenden Lipizzanern messen.

 

Vom Hauptbahnhof, dem Ausgangspunkt der Runde, muss man sich zuerst einen Weg durch Triests Straßengewirr suchen. Folgt man der Via Giulia leicht ansteigend stadtauswärts sieht man bald rechterhand einen bewaldeten Hang. Durch diesen flächenmäßig größten Park Triests, den Parco del Farneto, führt ein sanft ansteigendes, wenig befahrenes Sträßchen, das sich wunderbar eignet, um die Stadt zu verlassen.

Diese Idylle wird dann am Ende des Parks allerdings kurz unterbrochen, wenn es zuerst für wenige Meter auf die große SS202 geht und diese dann auch noch trotz doppelter Sperrlinie gequert werden muss. Eine andere Möglichkeit, um auf das auf der anderen Sraßenseite beginnende einspurige Sträßchen zu kommen, gibt es aber nicht. Und genau dieses Sträßchen ist es, das uns wunderbar ruhig und verwachsen aus der Stadt bringt.

Man kreuzt den ebenfalls wunderbaren Radweg Giordano Cottur, der auf der stillgelegten Bahnlinie verläuft und in der Tour Rosandra-Gravel beschrieben ist, und kommt dann in die beiden Weiler San Giuseppe della Chiusa und Sant’Antonio in Bosco. 

Bis hierher noch recht moderat, zeigt die Tour nun, dass man sie doch nicht unterschätzen sollte. Die Durchschnittssteigung auf den nächsten beiden Kilometern hinauf nach San Lorenzo liegt bei über zehn Prozent, wobei aber auch längere Abschnitte mit 15 Prozent und mehr zu überwinden sind. Da heißt es aufzupassen, dass der triefende Schweiß den Blick über das unter uns liegende Val Rosandra nicht gänzlich verhindert. Den schönsten Blick hat man aber ohnehin von einer kleinen Plattform in San Lorenzo, und da das steile Stück hier vorbei ist, kann man die Aussichts-Pause auch gleich zu einem tiefen Durchschnaufen nützen.

Kurz steigt die Straße noch an, bevor es hinunter nach Basovizza und flach über die Grenze nach Slowenien geht. Bei erster Gelegenheit verlässt man hinter der Grenze die Hauptstraße nach links und kommt nun nach Lipica, wo seit dem 16. Jahrhundert die schneeweißen Paradepferde des Habsburger Adels gezüchtet werden. Angesichts der für die Pferdezucht nicht gerade optimalen Bedingungen im harten und kargen Karstgebiet, wo nicht nur Felder für die Futtergewinnung sondern auch Wasser Mangelware war und ist, kann der Zuchterfolg dieses Gestüts nicht hoch genug eingschätzt werden. 

Weiße Zäune säumen heute die gepflegten und bewässerten Weiden, auf denen sich die Lipizzaner-Herden den Tag vertreiben und bei solch einer Idylle könnte dieser Abschnitt für unser Gefühl ruhig deutlich länger sein.

Über Sezana geht die Fahrt entlang des Italienisch-Slowenischen Grenzkammes weiter, bevor man bei Col wieder hinüber nach Italien wechselt. Kurz darauf ist auch Opicina erreicht, von wo uns dann nur mehr eine steile Abfahrt vom Ausgangspunkt trennt.

 

GPX-Track

Start/Parkmöglichkeiten

Ausgangspunkt: Bahnhof Trieste Centrale

Wegpunkte

Triest - Sant’Antonio in Bosco - San Lorenzo - Basovizza - Lipica - Sezana - Col - Opicina - Triest