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Ötztaler Gletscherstraße

Eingefahren:
01. 2017
Kilometer:
36.50
Höhenmeter:
1929.00
GPX-Track
  • Rennrad, Tirol, Ötztal, Rettenbachferner, Tiefenbachferner, Sölden
  • Rennrad, Tirol, Ötztal, Rettenbachferner, Tiefenbachferner, Sölden
  • Rennrad, Tirol, Ötztal, Rettenbachferner, Tiefenbachferner, Sölden
  • Rennrad, Tirol, Ötztal, Rettenbachferner, Tiefenbachferner, Sölden
  • Rennrad, Tirol, Ötztal, Rettenbachferner, Tiefenbachferner, Sölden

Die Fahrt zum Rettenbach- und Tiefenbachferner ist ein kleines Abenteuer, vor dem man keine Angst zu haben braucht. Ein paar Bergkilometer sollte man allerdings schon in den Beinen haben, weil der Anstieg, was die Steigung betrifft, recht kompromisslos ist. Einer eindrucksvollen und erlebnisreichen Ausfahrt steht dann aber nichts im Wege. Nicht umsonst hat es dieser Anstieg in den letzten Jahren zum alljährlichen Höhepunkt der immerhin viertgrößten Landesrundfahrt, der Tour de Suisse, gebracht.

Die Auffahrt lässt sich kaum mit einer Runde verbinden – außer man hat nach den 238 Kilometern und 5.500 Höhenmetern der Ötztaler Radmarathon-Schleife noch Lust, diesen Anstieg dran zu hängen. Gemütlicher ist jene Variante, bei der man mit dem Auto bis Sölden fährt und von dort die 14km der Ötztaler Gletscherstraße in Angriff nimmt.

Allerdings sind in diesem Fall Kaltstart-Experten im Vorteil, weil gleich nach der Abzweigung von der Obergurgler Straße klar wird, wie die weitere Auffahrt verlaufen wird: Auf langen, wie mit dem Lineal gezogenen Querfahrten arbeitet man sich zügig den Berg hinauf. Die Steigung ist durchgehend mit 13% angeschrieben, gezählte zweimal macht es auf den 14 Kilometern Sinn, vom ersten auf einen tieferen Gang zu schalten. 

Hat man in vier Kehren den ersten Hang überwunden, erreicht man die Mautstation, die ungefähr die Mitte des Anstiegs markiert. Der Verkehr wird merklich weniger, weil die recht saftige Maut ihre abschreckende Wirkung zeigt. Es ist schon ambivalent, was sich dann abspielt: Die wunderschöne Bergwelt bricht über einen herein, zugleich zeigt sich, wie sehr diese Hochgebirgslandschaft vom Menschen überformt ist. Auf den noch bestehenden Gletscherflächen liegen Schutzfolien, die ersten gefallenen Schneeflocken werden schon verarbeitet und erste Kunstschneedepots angelegt. Gletschermoränen werden passend gemacht, Parkflächen gästefreundlich asphaltiert. 

Voller Eindrücke geht es also ohne Pause bergauf, bis die Abzweigung Rettenbach / Tiefenbach Gletscher erreicht wird. Problemlos können beide Straßen kombiniert werden, indem man zum Beispiel zunächst die wenigen Kehren zum Rettenbachferner in Angriff nimmt. Die Straße endet auf einem Parkplatz in einer Mulde – kein Lift, keine Gebäude. Die Sinnhaftigkeit dieser Infrastruktur – jedenfalls für Radsportbegeisterte – erschließt sich erst aus dem aufgestellten Hinweisschild: „Highest Road in the EU – 2.798,16m“. Immerhin.

Der Weg zum Tiefenbachferner ist nicht unaufregend. Es ist nämlich ein ca. zwei Kilometer langer Tunnel zu durchfahren. Zwar ist dieser beleuchtet, dennoch sollten unbedingt Lichter am Rad angebracht sein, weil immer wieder auch Touristen die schöne Landschaft genießen wollen und daher auch im Tunnel mit einem gewissen Verkehrsaufkommen zu rechnen ist. Berechtigt ist der Hinweis bei der Einfahrt, der vor Glatteis und Steinschlag warnt. Tatsächlich hat es im Tunnel unter null Grad und die Straße ist daher an manchen Stellen, an denen Wasser durch die Wände dringt, vereist. Außerdem hängen da und dort Eiszapfen von der Decke, die mitunter – wie sich an den Trümmern am Boden zeigt – der Schwerkraft nachgeben. Auf der anderen Seite angekommen eröffnet sich ein beeindruckendes Panorama auf den Gebirgszug rund um den Großen Ramolkogel. 

Bevor man jetzt auf fast 3000 Metern aber zu sehr in Sauerstoffschuld gerät, zieht man sich besser warm an und genießt die Abfahrt auf gleichem Weg hinunter nach Sölden.

 

 

GPX-Track
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Start/Parkmöglichkeiten

An einem der freien Liftparkplätze in Sölden.

Wegpunkte

Sölden – Mautstelle – Rettenbachferner – Tiefenbachferner – Sölden

 

Hinweise

Lichter für den Tunnel zum Tiefenbachferner nicht vergessen