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Lanzarotes Süden

Eingefahren:
02. 2017
Kilometer:
77.00
Höhenmeter:
839.00
GPX-Track
  • Rennrad, Spanien, Lanzarote
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Der Süden von Lanzarote wird von vielen Rennradfahrern mit wenig Aufmerksamkeit bedacht. Zu Unrecht, wie diese wunderschöne Runde beweist.

 

Der Süden der Insel ist der sonnigste, trockenste und am dünnsten besiedelte Teil Lanzarotes. Es gibt nur wenige Ortschaften und demzufolge auch nicht allzu viele rennradtaugliche Straßen. Die hier beschriebene Runde ist es aber allemal wert, in das Portfolio einer Lanzarote-Rennradreise aufgenommen zu werden.

Allzu ernst sollte der ambitionierte Rennradfahrer die Regionseinteilung der Insel aber ohnehin nicht nehmen. So groß, dass sich eine ordentliche Tour auf nur einen Inselbereich beschränken könnte, ist Lanzarote auch wieder nicht. Und so wird auch diese Runde um eine Schleife durch Inselmitte und -westen erweitert.

Startort ist Playa Blanca, das Urlauberzentrum im Süden der Insel. Und da in der einen Richtung nur Meer mit der gegenüberliegenden, zum Greifen nahen Nachbarinsel Fuerteventura zu finden ist, geht es zunächst einmal Richtung Norden.

Auf der parallel zur Hauptstraße verlaufenden, deutlich ruhigeren Kleinstraße geht es schnurgerade durch die Rubicón-Ebene. Glücklich wer sich im Windschatten einer Gruppe verstecken kann, denn der oft peitschende Nordwind macht diesen Abschnitt nicht gerade einfach.

Nach ca. 10 Kilometern erreicht man das erste Lavafeld und die ohnehin schon kaum  vorhandene Vegetation verschwindet völlig. Fast unwirklich zieht die nur spärlich befahrene, aber perfekt asphaltierte Straße durch die schwarzen, scharfkantigen und bizarr geformten Gesteinsmassen, der aufgewühlte Atlantik immer zur Linken. Die einzige Ansiedlung an dieser rauhen Südwestküste ist El Golfo. Eine kurze Stichstraße führt in den kleinen Ort, der mit einem Naturschauspiel der ganz besonderen Art auf dieser ohnehin nicht mit Naturphänomenen geizenden Insel aufwartet. Wenn man seinen Fahrfluss kurz unterbricht und wenige Meter Fußweg in Kauf nimmt, kann man den inmitten eines schwarzen Lavastrandes liegenden tiefgrünen Lagunensee Charco de los Clicos bestaunen, ein Abstecher, der sich zweifellos lohnt.

Bald darauf sind die schönen Orte Yaiza und Uga und damit das offizielle Ende des Inselsüdens erreicht. Gerade erst warm gefahren sollte es aber in dieser unglaublichen Szenerie kein Problem sein, die nötige Motivation für eine Rundenerweiterung aufzubringen. Und so geht es hinauf in das berühmte Weinbaugebiet La Geria, das sich komplett von den uns vertrauten mitteleuropäischen Weingebieten unterscheidet. Tausende von Weinstöcken wurden einzeln in trichterförmige Vertiefungen im tiefen Lavasand gepflanzt und zum Schutz vor den meist kräftigen Winden noch mit einer halbkreisförmigen Steinmauer geschützt. Zusammen mit den wunderschönen weißen Häusern passt sich diese Kulturlandschaft wunderbar in die wildromantische Vulkanlandschaft ein.

Nachdem der nördliche Wendepunkt bei Masdache erreicht ist, geht es hinunter in den vermeintlich windgeschützten Inselwesten. Doch weit gefehlt: Speziell die nicht gerade beeindruckende 3 Kilometer / 100 Höhenmeter Steigung von Puerto Calero hinauf zur Hauptstraße kann einem bei Gegenwind die letzten Körner saugen und einen Boxenstopp in einer zum Glück bald erreichten Tankstelle erfordern. Übrigens ist auch die Hauptstraße, die von der Inselhauptstadt Arrecife über Tias hier herauf zieht, dank ihres breiten Fahrradstreifens problemlos zu befahren. Ihr Reiz hält sich zwar in Grenzen, für den ein oder anderen Verbindungskilometer ist sie aber allemal gut genug.

Egal ob frisch aufgetankt oder noch mit ausreichend Reserven ausgestattet: es folgt die Steigung hinauf aufs Dach dieser Runde. Nicht allzu lang, aber doch bis 12% steil geht es hinein in die archaischen Los Ajaches Berge, den ältesten Gebirgszug der Insel.

Nach der ersten Steilstufe kommt man in ein einsames Hochtal und kurz darauf erreicht man Femés, einen netten kleinen Ort und gleichzeitig höchsten Punkt dieser Runde. Direkt im Ort bricht das Hochtal jäh nach Süden ab, der berühmte Balcón de Femés mit einem grandiosen Blick hinunter auf Playa Blanca und hinüber auf Fuerteventura.

Die noch ausständigen 10 Kilometer führen dann nur mehr bergab zurück nach Playa Blanca und idealerweise direkt zu einem der zahlreichen Sandstrände.

GPX-Track

Start/Parkmöglichkeiten

Playa Blanca, öffentlicher Parkplatz in der Avenida de las Canarias

Wegpunkte

Playa Blanca - La Hoya - El Golfo - Yaiza - Uga - La Geria - Masdache - Tias - Puerto Calero - Femés - Playa Blanca