Loading

Granfondo Strade bianche

Eingefahren:
03. 2019
Kilometer:
139.20
Höhenmeter:
2160.00
GPX-Track
  • Rennrad, Italien, Toskana, Siena, Strada di chianti, Strade bianche
  • Rennrad, Italien, Toskana, Siena, Strada di chianti, Strade bianche
  • Rennrad, Italien, Toskana, Siena, Strada di chianti, Strade bianche
  • Rennrad, Italien, Toskana, Siena, Strada di chianti, Strade bianche
  • Rennrad, Italien, Toskana, Siena, Strada di chianti, Strade bianche

Was für ein Erlebnis! Zugegeben, es ist nicht nach Jedermanns Geschmack, sich mit 5000 von der Leine gelassenen, übermotivierten Italienern in einen schmalen Schotterweg zu quetschen. Schließlich sind sie genau so radikal auf zwei Rädern unterwegs, wie sie Auto fahren: soll doch der andere nachgeben! Irgendwie geht sich das ganze dann zwar doch meistens aus, so viele offensichtliche Sturzfolgen wie hier - leere Trinkflaschen, abgebrochen Fahrradteile, verletzte Fahrer - sieht man bei anderen Veranstaltungen aber definitiv nicht am Straßenrand liegen. Wer sich von diesem Szenario nicht abschrecken lässt, kann sich auf eine wunderschöne Runde in typisch toskanischem Flair gefasst machen und versteht jetzt, warum Strade bianche von manchen schon als das sechste Monument des Radsports bezeichnet wird.

 

Ein kleiner Tipp vorweg: Man sollte es unbedingt vermeiden, seine Startnummer unmittelbar nach Start des Männer-Elite-Rennens am Samstag Vormittag abzuholen. Diese Idee haben nämlich fast 5000 andere auch und die Grundstimmung in den nur schleppend vorankommenden Warteschlangen ist nichts für sanfte Gemüter.

Hat man sein großzügiges Starterpaket mit Trikot und Weste aber erst in Händen, heißt es hinaus aus der Stadt und sich an einem der Schottersektoren zu positionieren, bevor die Profis vorbei donnern.

So holt man sich, falls es dessen überhaupt bedarf, die nötige Motivation für den nächsten Tag, wo man sich im Morgenfrost vor der Fortezza Medicea einfindet. Gilt es während der ersten 20 Kilometer nur die Schwierigkeit zu meistern, sich im hektischen Fahrerpulk zu behaupten, geht es danach Schlag auf Schlag. Auf den nächsten 35 Kilometern warten die ersten vier Schottersektoren, wovon der längste immerhin fast sechs Kilometer lang ist. Während der erste Sektor technisch noch einfach ist, warten die folgenden Sektoren dann mit zunehmend verwinkelten Kurven, steilen Rampen und abenteuerlichen Abfahrten auf. Hier sollte man doch darauf achten, dass sich Motivation und Risikobereitschaft mit einer entsprechenden Menge an Vor-, Über- und Rücksicht die Waage halten.

Nach diesen vier Sektoren kann man erst einmal etwas durchatmen. Auf gut ausgebauter und vor allem gut abgesicherter Straße geht es weitgehend flach im Tal des Arbia von Buonconvento nach Monteroni d’Arbia.

Bevor man aber zu sehr in der Komfortzone versinkt, wird die Hauptstraße wieder verlassen und es geht hinein in die Crete Senesi. Der mit 9,5 Kilometern längste Schotterabschnitt führt quer durch diese karge Erosionslandschaft, wobei dieser Sektor in umgekehrter Richtung bereits in unserer Runde Crete Senesi befahren wurde.

Damit ist dann zwar der längste, aber sicherlich noch nicht der schwierigste Sektor bewältigt. Nach der Abfahrt nach Taverna d’Arbia und einigem Auf und Ab auf durchwegs asphaltierten, wenngleich teilweise doch recht steilen Straßen warten dann jenseits der 120 Kilometer-Marke noch zwei ordentliche Kaliber. Die beiden letzten Sektoren, Colle Pinzuto und Le Tolfe, sind zwar jeweils nicht allzu lang, mit ihren bei 15 und 18% liegenden Maximalsteigungen verlangen sie den Oberschenkeln allerdings noch einmal alles ab.

Das war es dann aber mit den Strade bianche, es geht zurück nach Siena, wo wie bei den Profis die ruhm- und stimmungsreiche Zieleinfahrt auf der Piazza del Campo wartet. Und selbstverständlich müssen hierfür auch wir wie die Profis die zwar kurze aber extrem knackige Altstadtauffahrt meistern, die 2018 auch Wout van Aert bei seiner Fahrt zu Platz drei zum Absteigen gezwungen hat.

 

GPX-Track
Download GPX-Track

Start/Parkmöglichkeiten

Stadtgebiet von Siena, Start: Fortezza Medicea, Ziel: Piazza del Campo

Wegpunkte

Siena - Costalpino - Sovicille - Rosia - San Rocco a Pilli - Ville di Corsano - Radi - Murlo - Buonconvento - Ponte d’Arbia - Monteroni d’Arbia - San Martino in Grania - Taverne d’Arbia - Castelnuovo Scalo - Castelnuovo Berardegna - Monteaperti - Colle Pinzuto - Le Tolfe - Siena

Hinweise

- etwas über 30 Kilometer Schotterstraßen (Strade bianche) verteilt auf 8 Sektoren

- Die Granfondo-Strecke ist identisch mit der Strecke des Damen-Elite-Rennens, das ebenso wie das Männer-Elite-Rennen am Samstag vor dem Granfondo stattfindet.